The Sound in you: Michaela Gruber

Ich möchte nicht nur meine Geschichte erzählen. Ich möchte Menschen den Raum geben ihre eigene Geschichte zu erzählen. Geschichten, in denen Menschen ihre eigenen Stimme gefolgt sind. Neue Wege gegangen sind. Regeln gebrochen haben. Gewachsen sind. Denn es gibt so viele wirkliche beeindruckende Geschichten, die erzählt werden sollten!

Die Geschichte von Michaela Gruber

Wer bist du?

Mein Name ist Michaela, ich bin 31 Jahre alt und von Beruf Pflegefachfrau und Weltenbummlerin. Ich würde mich selbst als sehr abenteuerlustig und naturverbunden bezeichnen. Zudem habe ich eine große Vorliebe dafür, Neues auszuprobieren und kennenzulernen. Ganz egal ob es sich dabei um unbekanntes Essen, unbekannte Kulturen oder irgendwelche Verrücktheiten handelt.

Was ist deine Bestimmung?

Also so eine wirkliche “Bestimmung” habe ich für mein Leben noch nicht gefunden. Ich frage mich sowieso, ob jeder eine solch große Bestimmung haben muss. Auf alle Fälle denke ich, dass ich nicht für ein 08/15 Leben bestimmt bin. Ich hatte schon immer den Drang “anders” sein zu wollen. Nicht mit der Masse zu schwimmen, sondern eher gegen den Strom. Nicht immer das erfüllen zu müssen, was die Gesellschaft von einem erwartet. Seit ich angefangen habe auf meine Intuition zu hören – oder man könnte es auch als die innere Stimme bezeichnen – hat sich mein Leben, sowie meine Einstellung zu gewissen Dingen, grundlegend geändert.

Wann hast du dich dazu entschieden deiner inneren Stimme zu folgen?

Ich habe in meinem Heimatland Österreich sieben Jahre lang als Krankenschwester gearbeitet. Tagein, tagaus dasselbe gemacht. Es ist nicht so, dass ich meine Arbeit nicht gerne mache, aber die Vorstellung, dass es mein Leben lang gleich weitergehen sollte, beängstigte mich etwas. Irgendwann begannen dann die meisten meiner gleichaltrigen Freunde zu heiraten und Kinder zu bekommen. Ich merkte schnell, dass ich mehr vom Leben wollte, als diesen Weg zu gehen, den die Gesellschaft von einem erwartet: heiraten, Haus bauen, Kinder bekommen und ein Leben lang demselben Job nachzugehen. Also beantragte ich bei meinem Arbeitgeber ein Jahr unbezahlten Urlaub und wollte die Welt bereisen – alleine. Ausgestattet mit einem One-Way-Ticket nach Uganda und einer ordentlichen Portion Optimismus im Gepäck ging es los. Es war mein allererster Backpacking Trip, mein allererstes Mal im tiefsten Afrika und meine erste Reise alleine. Die perfekten Voraussetzungen also für das Abenteuer meines Lebens.

Nach nur zwei Monaten in Ostafrika wurde mir bewusst, dass ich länger als ein Jahr reisen möchte – nämlich solange ich Geld und Lust habe. Ich begann diesen abenteuerlichen Lebensstil zu lieben. Kurzerhand schrieb ich eine Kündigungsmail. Von da an fühlte ich mich das erste Mal in meinem Leben richtig frei. Es gab nichts mehr, das Zuhause auf mich wartete. Das erste Mal in meinem Leben habe ich so richtig auf meine innere Stimme gehört und bereue dies bis zum heutigen Tag nicht eine einzige Sekunde. Dieser Trip hat so viel in mir verändert. Es wurden letztendlich 2,5 Jahre des Reisens.


Mittlerweile arbeite ich in der Schweiz. Ich habe einen tollen Arbeitgeber gefunden, der es mir ermöglicht das halbe Jahr zu arbeiten und das andere halbe Jahr zu reisen. Das ist im Moment der perfekte Lebensstil für mich. Was die Zukunft sonst noch so bringt, weiß ich allerdings nicht, ich werde nämlich auch weiterhin meiner inneren Stimme folgen. Und ich bin mir ganz sicher, dass das Leben noch so manche Überraschungen und Abenteuer für mich parat hat.

Was gab es für Stolpersteine auf deiner Reise?

Aller Anfang war natürlich schwer. Zuallererst musste ich mir natürlich von meinen Bekannten anhören, wie leichtsinnig und gefährlich es sei alleine als junge Frau nach Afrika zu reisen und wie schlimm es ist, dass mir nun ein paar Pensionsversicherungsjahre fehlen, usw. Ich habe mich von all dem zum Glück nicht allzu sehr beeindrucken lassen. Zum Glück habe ich sehr offene Eltern, die mich in meinen Entscheidungen immer unterstützen. Während der Reise war ich dann plötzlich mit dem Alleinsein konfrontiert. Auch das war am Anfang nicht einfach. Aber gerade das hat mich im Nachhinein gesehen, sehr positiv verändert. Ich wurde mutiger, selbstbewusster und hatte dadurch sehr viel Zeit, um über den Sinn des Lebens und das Leben an sich nachzudenken.

Gibt es Parallelen zum Projekt des Strangers?

Ja, sogar recht viele. Da ich auch alleine gereist bin, hatte ich wie gesagt viel Zeit für mich. Ich konnte also ein Stück mehr zu mir selbst finden. Und ich begann richtige Freiheit zu kennenzulernen und zu leben.

Wie würdest du anderen Menschen Mut machen ihrer inneren Stimme zu folgen?

Am besten einfach mal in sich hineinhören. Was will ich eigentlich vom Leben? Dazu ist es gut, Zeit alleine zu verbringen. Denn wenn man immer andere Menschen um sich hat und im Alltagsstress gefangen ist, dann ist es recht schwer seine eigene innere Stimme zu hören. Am besten einfach mal alleine für ein paar Tage verreisen oder noch besser in die Natur gehen. Man sollte aufhören sich von seiner Umgebung so stark beeinflussen zu lassen, sondern wirklich das machen, was man selbst will. Man sollte es wagen, etwas Neues auszuprobieren, etwas Verrücktes, oder etwas wovon einem vielleicht alle anderen abraten. Raus aus der Komfortzone! Ich bin mir sicher, keiner wird eine solche Entscheidung bereuen. Das Leben steckt voller Abenteuer, wenn wir es wagen über unseren Tellerrand hinauszuschauen.

Mehr über Michaela:

Blog: www.michiumdiewelt.de
Instagram: @michiumdiewelt
Buch: Einmal um die Welt – Allein als junge Frau durch Afrika



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