The Sound in you: Nicholas Perreth

Ich möchte nicht nur meine Geschichte erzählen. Ich möchte Menschen den Raum geben ihre eigene Geschichte zu erzählen. Geschichten, in denen Menschen ihre eigenen Stimme gefolgt sind. Neue Wege gegangen sind. Regeln gebrochen haben. Gewachsen sind. Denn es gibt so viele wirkliche beeindruckende Geschichten, die erzählt werden sollten!

Die Geschichte von Nicholas Perreth

Wer bist du?

Ich bin Nicholas, lebe in München und bin 34 Jahre alt. Ich bin eigentlich ein ziemlich positiver Mensch und nehme alles so, wie es im Leben kommt. Für mich gibt es keine schlechten Situationen, sondern immer nur Möglichkeiten sich weiterzuentwickeln und was neues auszuprobieren. Ich bin immer offen für viele neue Sachen.

Wann hast du angefangen deiner inneren Stimme zu folgen?

Das hat angefangen durch ein Ereignis vor mittlerweile 15 Jahren. Ich hatte einen Tumor in der Beckenschaufel und war danach oft im Krankenhaus. Das ganze hat sich über zehn Jahre gezogen. In dieser Zeit habe ich einfach gemerkt, was wirklich wichtig ist im Leben und wo es drauf ankommt. Auch durch Gespräch mit anderen Patienten, von denen einige auch verstorben sind. Das hat mich sehr geprägt, zu erfahren, dass die unglücklich waren. Sie wussten, dass sie sterben werden. Ihr ganzes Leben haben sie gearbeitet und Jobs gemacht, die sie nicht erfüllt haben und wo sie nicht voll hinter standen, sondern nur, weil sie das Geld brauchten und im Endeffekt haben sie es immer bereut. Das ist das, was ich aus der Zeit mitgenommen habe: Ich möchte gerne mit Sachen, die ich wirklich gerne mache, mein Geld verdienen, weil dann weiß ich auch, dass ich gute Arbeit mache und auch erfüllt bin. Und am Ende des Tages bin ich zufrieden und glücklich. Ich glaube, das ist deutlich wichtiger, als große Summen auf dem Konto zu haben.

Was siehst du als deine Bestimmung?

Durch die Erkrankung und die ganzen Operationen und meiner trotzdem positiven Einstellung, habe ich gemerkt, dass ich einen motivierenden Effekt auf meine Mitmenschen habe. Da freue ich mich immer drüber, wenn sich Leute motivieren lassen, Spaß an etwas Neuem entwickeln oder anders über ein Problem nachdenken, weil sie sehen, eigentlich hat er es auch nicht so leicht, aber er macht es trotzdem. Er ist jetzt auf den Berg gestiegen, mit dem Fahrrad über die Alpen gefahren, klettert und arbeitet in einer Kletterhalle. Vielleicht kann ich dann einfach nochmal einen Schritt zurück gehen, neu über das Problem nachdenken und dann funktioniert auf einmal alles. Das freut mich auf jeden Fall, wenn ich Menschen Mut machen kann, sich etwas zu trauen oder aus der Komfortzone rauszugehen, über den eigenen Schatten zu springen und sich so auch besser kennenzulernen. Die Erweiterung der Komfortzone ist für mich immer ein Weg ein Stück näher zu mir selbst zu finden.

Was gab es für Stolpersteine auf deiner Reise?

Für mich war ein Stolperstein auf meiner „Reise des Lebens“ die Krebserkrankung 2004 und damit verbunden diverse Hüft-Ops und Chemotherapie. Aber für mich gibt es da immer nur Möglichkeiten über sich hinauszuwachsen und sich selbst besser kennenzulernen. So sehe ich es mit allen Stolpersteinen. Vielleicht kann man auch anders rangehen vom Denken, das man es nicht als Stolperstein betrachtet, sondern als Möglichkeit, sich draufzustellen um sich einen Überblick zu verschaffen, wie es weitergehen kann. Wenn man positiv und flexibel ist, gibt es nichts, was man nicht bewältigen kann.

Gibt es Parallelen von deinem Weg zum Projekt des Strangers?

Ich habe ein wenig überlegt, was es für Parallelen zum Projekt gibt. Für mich ist die Zeit die ich die zehn Jahre mit der Krankheit im Krankenhaus verbracht habe auch eine Art zurückziehen gewesen. Natürlich unfreiwillig, aber ich habe auch viel Zeit mit mir selbst verbracht. Du liegt da alleine im Bett, du hast zwar deine Mitpatienten, aber im Endeffekt musst du alleine einschlafen, alleine aufstehen und alleine gesund werden. Er ist freiwillig in die Wüste gegangen, um mehr zu sich selbst zu finden und mehr Kreativität zu schöpfen. Aber ob es freiwillig oder unfreiwillig war, für mich besteht da schon ein Zusammenhang. Ich habe viel Energie aus den zehn Jahren mitgenommen, weil ich gemerkt habe, was wichtig ist und das ich einfach Spaß am Leben habe und das was mir noch möglich ist auch auskosten möchte.

Wie würdest du anderen Menschen Mut machen ihrer inneren Stimme zu folgen?

Einfach auf das hören, was einem gut tut und da auch sehr auf sich selbst vertrauen. Nicht zu sehr auf andere hören, die sagen, man soll es lieber sein lassen und es ist gefährlich. Wenn man sich gut mit etwas fühlt und das machen möchte, dann soll man das auch machen und auch nicht vor sich herschieben. Wenn man jetzt was machen möchte, dann sollte man das jetzt tun und es genießen solange wie es geht.

Mehr über Nicholas Perreth:

Instagram: @nicholas_perreth
Facebook: Nicholas Perreth

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